Zuletzt aktualisiert am von Ina Allard
Wenn du dir diese Frage stellst, dann hast du zum einen sicher Interesse am Schamanismus.
Zum anderen hast du vermutlich auch schon eine gewisse Vorstellung davon, was es bedeutet, Schamane zu werden oder was es dafür braucht.
In diesem Artikel erfährst du:
- warum es in meiner Welt keine „zertifizierten Schamanen“ gibt, was wirklich dahinter steckt und was das mit “Ego-Schamanismus” zu tun hat
- warum der schamanische Weg kein Status ist, sondern eine Lebenseinstellung und ein Weg, der dich ein Leben lang begleitet
- warum du keine Erlaubnis brauchst, um den schamanischen Pfad zu betreten – und was das wirklich bedeutet
Die Antwort auf diese Frage ist wahrscheinlich nicht die, die du erwartest. Aber ich bin mir sicher, du wirst danach gestärkt deinen eigenen schamanischen Pfad betreten.
Warum fragst du dich überhaupt, wie man Schamane wird?
Schamanismus gibt es, solange es die Menschheit selbst gibt und ich bin überzeugt, dass dieses Wissen nie verschwunden, sondern als Erinnerung in jeder von uns gespeichert ist.
Gerade in der heutigen Zeit, in der ich oft das Gefühl habe, dass sich alles wie in einem Kreisel dreht, der immer schneller wird und man völlig die Orientierung verliert, zeigt sich das bei vielen Frauen wieder ganz deutlich.
Diese Sehnsucht, wieder mehr mit der Natur verbunden zu sein.
Sich selbst besser zu verstehen.
Sich zu heilen.
Einen Halt im Leben zu haben.
Vielleicht sogar dem Sinn des Lebens näher zu kommen.
Wieder Zugang zu etwas zu bekommen, das im Alltag oft verloren gegangen ist.
Und dabei geht es um viel mehr als nur etwas zu lernen. Es geht nicht nur darum, dir reines Wissen anzueignen. Sondern darum, dich wieder zu erinnern.
Und genau deshalb taucht diese Frage auf.
Weil du spürst, dass da “etwas” ist und du gleichzeitig wissen willst, ob und wie du selbst Schamanin wirst.
Was ein Schamane ursprünglich wirklich ist
Wenn wir uns einmal anschauen, wo der Schamanismus ursprünglich herkommt, dann wird ziemlich schnell klar, dass das nichts ist, was wir einfach so übernehmen können.
Schamanismus ist die Wurzel der Spiritualität und weder eine Religion noch etwas Okkultes oder Dogmatisches. Und dennoch hat es mit Glauben zu tun, wenn auch niemals im kirchlichen Sinne. Es ging immer um ein Miteinander statt Trennung, und das Wohl aller stand im Vordergrund.
Ob das in unserer heutigen Gesellschaft immer noch so ist, darfst du für dich selbst entscheiden.
Der Ursprung des Schamanismus – mehr als nur eine spirituelle Praxis
Der Begriff „Schamane“ stammt ursprünglich aus Sibirien, aus den Tungusischen Völkern. Er beschreibt ganz konkret Menschen aus bestimmten indigenen Kulturen. Es war nichts, das man sich einfach aussuchen oder aneignen konnte, sondern ein Weg, der innerhalb einer Gemeinschaft entstanden ist und aus dem Leben selbst heraus gewachsen ist.
So zeigt sich auch ganz klar, dass Schamanismus nie – wie wir es heute oft verstehen – nur eine Methode oder ein Werkzeug war. Es war eine Einstellung zum Leben, das Leben selbst als schamanischer Weg, so würde ich es beschreiben. Das Gefühl, eingebettet zu sein ins große Ganze, in eine beseelte Welt, in Verbindung mit der Anderswelt und der Heilkunst.
Eine Welt, in der alles lebendig ist.
In der ein Baum nicht einfach nur ein Baum ist.
In der Tiere, Flüsse, Berge und selbst der Wind eine eigene Persönlichkeit haben.
Natur war nicht etwas außerhalb des Menschen. Sie war Teil des Lebens. Und der Mensch war Teil davon – aber er sah sich nicht, wie man das heute oft hört, als die Krönung der Schöpfung.

Die „Technik der Ekstase“ – warum ein Schamane nicht einfach lernt, sondern erlebt
Ein Schamane war auch jemand, der in besondere Bewusstseinszustände gehen konnte. In Trance, in Ekstase, in Zustände, in denen er sich nicht mehr nur in dieser sichtbaren Welt bewegt hat, sondern auch in anderen Ebenen. Er war ein Vermittler zwischen den Welten, ein Gestaltwandler.
Zwischen dem, was wir sehen können, und dem, was wir nicht sehen.
Zwischen der materiellen Welt und der Welt der Geister, der Ahnen und der Naturkräfte.
Und das nicht, um sich selbst zu verwirklichen oder spirituell weiterzukommen, sondern weil die Gemeinschaft ihn brauchte. So hat er beispielsweise in Trance “abgefragt” und entschieden, wann und wo am besten gejagt wird. Er hat Krankheiten auf Ebenen verstanden und heilen können, die unsere heutige Schulmedizin kaum beachtet. Er hat mit den Ahnen und Geistern gesprochen, wenn es um weitreichende Entscheidungen ging. Und er hat dafür gesorgt, dass Mensch und Natur im Gleichgewicht bleiben.
Und hier siehst du schon, dass dieser ursprüngliche, alte, archaische Schamanismus nicht so viel mit dem zu tun hat, wie wir es heute lesen und lernen können. Doch das ist auch gut so, denn wir leben einfach in einer anderen Zeit.
Oder gehst du heute noch auf die Jagd und bist darauf angewiesen, die Zeichen der Natur zu lesen, um überhaupt zu überleben?
Fragst du bei wichtigen Entscheidungen wirklich die Geister oder deine Ahnen um Rat, oder verlässt du dich am Ende doch auf deinen Verstand und das, was du gelernt hast?
Und wenn du ehrlich bist, spürst du wirklich, was dich heilt, oder greifst du zuerst zu dem, was irgendwo geschrieben steht?
Die Rolle des Schamanen in indigenen Kulturen
Ein Schamane war kein Einzelgänger auf einem persönlichen Entwicklungsweg. Er war Teil einer Gemeinschaft und hatte eine klare Aufgabe innerhalb dieser.
Er war nicht einfach ein „spirituell interessierter Mensch“, sondern jemand, auf den man sich im Alltag, im Leben, in den Momenten, in denen es wirklich darauf ankam, verlassen und berufen konnte.
Er begleitete die Seelen in den Körper bei der Geburt und auch wieder aus dem Körper in die Anderswelt, wenn ein Mensch starb.
Er führte Rituale durch, wenn ein Übergang anstand, der nicht nur körperlich, sondern auch innerlich bewältigt werden musste.
Er gab Halt und auch Sicherheit, wenn Unsicherheit da war, wenn Orientierung gefehlt hat, wenn etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Und Spiritualität war dabei nichts, was getrennt vom Alltag existiert hat, sondern ein natürlicher Zustand.
Ebenso wie die Hellsinne, die bei Schamanen ausgeprägt waren, keine „besonderen Fähigkeiten“ im heutigen Sinne waren, sondern eine ganz normale Art der Wahrnehmung.
Nicht so wie bei uns heute, wo wir uns fast ausschließlich auf das verlassen, was wir sehen, hören oder messen können. Wir haben uns von unseren natürlichen, ursprünglichen Sinnen entfernt.
Für einen Schamanen war es selbstverständlich, mehr wahrzunehmen. Nicht als etwas Übernatürliches, sondern es war etwas Normales, Teil seiner Realität.
Es gab keine Trennung zwischen einem spirituellen Zustand und „normalem Alltag“- es war ein und dasselbe.
Und auch die „Autorität“ eines Schamanen kam nicht durch Titel, nicht durch Ausbildungen oder ein Zertifikat, sondern durch Erfahrung und durch die Anerkennung der Gemeinschaft.
Wie wird man Schamane? – Der ursprüngliche Weg
Auch der Weg dorthin war nicht so, wie wir ihn heute oft dargestellt bekommen. Es gab nicht den einen klaren Weg, den man einfach gehen konnte. Die meisten “echten” Schamanen wollten gar kein Schamane sein.
Manche sind in die Rolle des Schamanen hineingeboren worden, andere sind durch ihr Leben selbst dort hineingewachsen. Und stell dir das nicht romantisch vor, wie man es heute oft darstellt, als wäre es ein Weg, der sich gut anfühlt und dich einfach Schritt für Schritt durch Licht & Liebe „weiterbringt“.
Oft waren das tief einschneidende Erfahrungen. Krisen, die alles infrage gestellt haben, intensive, lebensverändernde Erlebnisse wie Nahtoderfahrungen oder Zustände, die man heute als Krankheit bezeichnen würde.
Wissen wurde nicht gelernt, wie wir es heute kennen, sondern durch Erfahrung erlebt. Das bedeutete oft, komplett auf sich allein gestellt zu sein – draußen in der Natur, den Elementen ausgesetzt, ohne Schutz und ohne die Sicherheit des Stammes. In vielen Kulturen zogen sich Menschen dafür bewusst zurück, in die Wildnis, in die Kälte, in die Dunkelheit, und blieben dort über Tage oder sogar Wochen – ohne Nahrung, ohne Ablenkung, ohne etwas im Außen, woran sie sich festhalten konnten.
Und ganz ehrlich: Kannst du dir das in unserer jetzigen Welt wirklich vorstellen? Wir leben in Sicherheit, haben jederzeit Zugang zu Essen, Wärme und anderen Menschen und greifen oft schon dann zum Handy, wenn es nur kurz still wird. Genau das fällt in solchen Prozessen komplett weg.
Was dann passiert, ist nichts Sanftes. Der Körper kommt an seine Grenzen, der Verstand verliert die Kontrolle, und alles, woran man sich orientiert hat, bricht weg. Es entstehen Zustände, in denen man sich irgendwo zwischen Leben und Tod bewegt – an der Grenze zwischen den Welten.
Das geschah nicht, weil jemand etwas „lernen“ wollte, sondern weil er hindurch musste. Die meisten haben sich diesen Weg nicht ausgesucht – er wurde ihnen zugemutet.
Die Schamanenkrankheit – wenn das Leben dich verändert
Diese sogenannte „Schamanenkrankheit“ war kein schöner Prozess. Oft waren es Wochen oder Monate, in denen ein Mensch an seine Grenzen gekommen ist – körperlich, emotional oder psychisch.
Zustände, die alles infrage gestellt haben und aus denen man nicht mehr als derselbe Mensch hervorgegangen ist. Es ging dabei nicht um spirituelles Wachstum im üblichen Sinne, wie wir es heute oft darstellen, sondern um eine Veränderung, die so tief ging, dass ein Zurück in das alte Leben nicht mehr möglich war.
Das ist eine völlig andere Ausgangssituation als heute, wo man sich ein Ziel setzt und sagt: „Ich werde jetzt Schamane.“

Das Weltbild hinter dem Schamanismus
All das war eingebettet in eine Welt, die auch heute noch existiert.
Nur wurde sie damals anders verstanden und gelebt, als wir es uns heute überhaupt vorstellen können.
Wir spüren nicht mehr, dass alles beseelt ist.
Wir leben nicht mehr in dieser Verbindung.
Doch genau diese Verbundenheit ist es, nach der wir uns sehnen – die uns jedoch durch Prägung, gesellschaftliche Strukturen und tief verankerte Glaubenssätze weitgehend verloren gegangen ist.
Eine Welt, in der alles in Beziehung stand. In der nichts isoliert existiert hat, sondern alles miteinander verbunden war und sich gegenseitig beeinflusst hat.
Zyklen waren dabei zentral. Leben, Tod, Wachstum, Rückzug – nichts davon war zufällig oder die Menschen davon abgetrennt. Alles war Teil eines natürlichen Kreislaufs.
Auch der Mensch stand nicht über allem, so wie viele die Menschheit heute als „Krone der Schöpfung“ darstellen, sondern mittendrin. Als ein Teil dieses Gefüges, nicht als jemand, der es kontrolliert oder beherrscht.
Heute betrachten wir die Welt oft von außen. Wir analysieren sie, bewerten alles und versuchen, sie rein mit dem Verstand zu verstehen.
Das schamanische Weltbild ist also ein völlig anderes als das, was in den meisten Köpfen heutzutage vorherrscht.
Wie weit wir uns wirklich entfernt haben
Wenn man ehrlich hinschaut, wird ziemlich schnell klar, dass es hier nicht nur darum geht, dass wir heute weniger Zeit in der Natur verbringen oder uns anders mit Spiritualität beschäftigen als früher. Wir haben uns von etwas viel Grundlegenderem entfernt, nämlich von dem, was natürlich ist, und damit auch von uns selbst.
Wir leben in einer Welt, in der alles planbar, kontrollierbar und möglichst sicher sein soll, obwohl das Leben selbst genau diesem Prinzip nicht folgt. Und genau daraus entsteht eine Spannung, die viele spüren, auch wenn sie sie nicht immer greifen können, denn unsere größte Angst ist nicht einmal der Tod an sich, sondern das, was wir nicht wissen, der Moment, in dem wir keine Kontrolle mehr haben und loslassen müssen, ohne zu wissen, was danach kommt.
Und vielleicht ist genau das der Punkt: Es ist nicht das Unnatürliche, das uns Angst macht, sondern das Natürliche, weil wir verlernt haben, damit umzugehen.
Deshalb halten wir fest – oft viel länger, als es stimmt –, an Beziehungen, Rollen oder Lebensbildern, die schon lange nicht mehr zu uns passen.
Im schamanischen Verständnis ist Veränderung kein Problem, sondern natürlicher Teil des Lebens. Veränderung wird durchlebt, gefühlt und so verstanden – aber nicht ignoriert oder gar bekämpft.
Gleichzeitig versuchen wir, all das über den Verstand zu lösen, und verlieren dabei den Zugang zu dem, was eigentlich längst da ist. Statt darauf zu hören, lenken wir uns ab, sobald es still wird, greifen zum Handy oder suchen den nächsten Reiz, weil wir es kaum noch gewohnt sind, einfach mal “bei und mit” uns zu sein.
Hier zeigt sich, wie weit wir uns entfernt haben, nicht nur von der Natur im Außen, sondern von den natürlichen Prozessen in uns selbst, die nicht kontrolliert werden wollen, sondern gelebt werden.
Ego-Schamanismus & Zertifikate – warum das am Kern vorbeigeht
Eine weitere wichtige Erkenntnis: Ursprünglicher Schamanismus wird bei uns völlig falsch verstanden – besonders wenn es um Zertifikate geht. Ich bekomme immer wieder als erste Frage: „Gibt es ein Zertifikat?“
Und ganz ehrlich, in mir passiert immer das Gleiche. Ich rolle innerlich mit den Augen. Nicht, weil die Frage dumm ist, sondern weil sie ziemlich deutlich zeigt, worum es vielen Menschen heute eigentlich geht.
Es geht nicht um den Weg. Es geht um einen Nachweis. Um etwas, das man vorzeigen kann. Um die Bestätigung, dass man jetzt „jemand ist“, weil man etwas gelernt hat.
Doch genau das hat mit dem schamanischen Weg nichts zu tun.
Ein Zertifikat kann zeigen, dass du anwesend warst, dass du Inhalte gehört hast und dass du dich mit einem Thema beschäftigt hast. Mehr nicht. Es sagt nichts darüber aus, wie tief du gegangen bist, was du wirklich durchlebt hast oder wie ehrlich du mit dir selbst bist.
Und genau hier beginnt das, was ich Ego-Schamanismus nenne.
Menschen sammeln Ausbildungen, Titel und Zertifikate und bauen sich daraus eine Identität. Nach außen wirkt das dann oft überzeugend, weil es Struktur hat und greifbar ist. Aber im Kern bleibt es an der Oberfläche, weil es sich auf etwas stützt, das im Außen liegt.
Der schamanische Weg funktioniert anders. Er beginnt nicht dort, wo du etwas vorweisen kannst, sondern genau da, wo diese Sicherheiten wegfallen. In dem Moment, in dem du nicht mehr sagen kannst, wer du bist oder wo du stehst, sondern nur noch merkst, dass sich etwas in dir verändert, ohne dass du es kontrollieren kannst.
Das lernt man nur durch eigene Erfahrung, im Alltag , durch die Aufgaben, die das Leben selbst uns stellt – und ein Leben lang . Nicht nur ein paar Wochen oder Monate. Schamanismus ist eine Lebensform.
Natürlich sind Kurse und Ausbildungen gut und wichtig, solange dich die Ausbilder nicht von sich abhängig machen wollen… Sie sind Einstiege, ein erster Impuls oder ein Türöffner, aber es ersetzt nicht das, was danach passiert. Denn alles, was wirklich zählt, entsteht nicht in einem Seminarraum, sondern in deinem Leben, in deinen Erfahrungen und in den Momenten, in denen du dich nicht mehr auf äußere Sicherheiten stützen kannst.
Und was bedeutet das jetzt für dich?
Wenn du dir die Frage stellst, wie man Schamane wird, dann suchst du wahrscheinlich nach etwas, das dir Orientierung gibt. Nach einem klaren Weg, nach Schritten, an denen du dich entlanghangeln kannst – vielleicht auch nach einer Bestätigung, dass du auf dem richtigen Weg bist.
Die harte Wahrheit, oder besser gesagt meine Wahrheit ist:
Du kannst kein Schamane im ursprünglichen Sinne werden, weil das Verständnis für die Welt, in der dieser Weg entstanden ist, so heute nicht mehr existiert. Es fehlt nicht nur die Gemeinschaft, in die dieser Weg eingebettet war, sondern auch die Lebensweise, die ihn überhaupt erst möglich gemacht hat.
Und trotzdem kannst du diesen Weg gehen.
Denn in uns allen ist noch immer etwas davon da. Eine Erinnerung, ein Wissen, das nicht wirklich verschwunden ist.
Im Kern sehnen wir uns nach Halt und Sicherheit – und spüren gleichzeitig, dass wir das im Außen nicht mehr finden. Wir wollen mehr wahrnehmen als das, was unsere Sinne greifen können. Wir wollen Heilung, Lebendigkeit und ein tieferes Verständnis davon, wie Leben eigentlich funktioniert.
Und vielleicht kennst du auch diese Sehnsucht nach etwas Ursprünglichem – nach Verbindung zur Natur, zu Pflanzen, zu Tieren, zu den Elementen. Nach einem Gefühl von Echtheit, jenseits von Rollen und Vorstellungen.
Schließ mal kurz die Augen und lass ein Bild entstehen: Du stehst barfuß auf feuchter Erde, Wind streicht über deine Haut, und ein Wolf begegnet dir – nicht als Tier, sondern als Verbündeter. Du spürst die Wurzeln der Bäume, hörst das Flüstern der Blätter, nimmst wahr, dass alles um dich herum lebendig ist und du ein Teil davon, mittendrin, nicht mehr abgeschnitten.
Das ist es doch, was du suchst, oder?
Fazit: Du wirst kein Schamane – aber du kannst diesen Weg gehen
Die Frage „Wie wird man Schamane?“ führt oft in eine Richtung, die am eigentlichen Kern vorbeigeht, weil sie davon ausgeht, dass es etwas ist, das man werden kann. Dass es ein Ziel gibt, das man erreicht, wenn man nur genug lernt oder die richtigen Schritte geht.
Wenn du dir jedoch anschaust, was hinter diesem Weg ursprünglich stand, wird deutlich, dass es nie darum ging, etwas zu werden.
Es ging darum, mit dem Leben zu gehen, statt dagegen zu arbeiten. Veränderungen nicht aufzuhalten, sondern durch sie hindurchzugehen – auch dann, wenn sie unangenehm sind oder alles infrage stellen. Und darum, sich nicht über anderes Leben zu stellen, sondern sich als Teil davon zu begreifen.
Das ist auch heute noch möglich, nur eben nicht in der Form, wie wir es oft erwarten.
Du gehst diesen Weg nicht, indem du etwas erreichst oder dir etwas aneignest, sondern in dem Moment, in dem du aufhörst, dich nur am Außen zu orientieren, und beginnst, das ernst zu nehmen, was in dir passiert – auch wenn es nicht logisch ist und sich nicht planen lässt.
Du kannst dich jederzeit dafür entscheiden, deinem schamanischen Seelepfad zu folgen. Nicht, weil du etwas lernen musst oder dir etwas beweisen willst, sondern weil du spürst, dass da etwas in dir ist, dem du folgen und an das du dich wieder erinnern möchtest.


