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Sperrnächte – Rückblick in der dunkelsten Zeit im Jahr

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Die Sperrnächte, die Zeit zum Rückblick, sind ebenso wie die Rauhnächte, Portaltage im Jahreskreis. Während die Rauhnächte vielen mittlerweile ein Begriff ist und sie diese auch ganz bewusst nutzen, um das neue Jahr „vorauszuplanen“, sind die Sperr- oder auch Dunkelnächte noch eher unbekannt.

Ob sie wirklich so alt sind, wie oft behauptet wird, lässt sich nicht eindeutig belegen – anders als bei den Rauhnächten gibt es zu den Sperrnächten kaum historische Quellen, nur das Wissen um das Wegräumen und Wegsperren von Haus, Hof und Werkzeug vor dem Winter reicht tatsächlich weit zurück. Was daraus geworden ist, das persönliche Innehalten und der Rückblick Monat für Monat, ist wohl eher eine jüngere, aber deshalb nicht weniger stimmige Weiterentwicklung dieses alten Gedankens. Sind sie doch in Wahrheit die dunkelsten Nächte im Jahr, die Zeit vor der Winter-Sonnenwende, an der das Licht langsam wieder zurückkommt. Die Sperrnächte sind das „Gegenstück“ bzw. auch der Vorläufer der Rauhnächte. Diese Tage können wir nutzen, um das alte Jahr bewusst abzuschließen.

Dann kommt die Zeit um die Wintersonnenwende, das Yule-Fest. Da steht die Zeit still, da geht es darum, nochmal ganz im Hier und Jetzt anzukommen, bevor wir dann, meist am 25. Dezember, in die Rauhnächte starten und in diesen zwölf magischen Tagen und Nächten uns bewusst auf das neue Jahr vorbereiten.

Wenn du diese zwölf Rauhnächte dann nicht nur lesen, sondern auf eine ganz neue Art und Weise erleben möchtest – mit den 12 indianischen Totemtieren, Nacht für Nacht –, dann habe ich genau dafür das Rad der Rauhnacht gestaltet, ein kleines Ritualset, das dich durch deine eigene Reise durch die Rauhnächte trägt. Bis zum 30. November bekommst du es noch zum reduzierten Preis.

Die Sperrnächte dienen dem Loslassen, die Zeit um die Sonnwende dem Sein und die Rauhnächte dann dem Vorausschauen/manifestieren.

Du kennst es vielleicht, wenn du irgendwo noch an etwas festhältst, ist es schwer, etwas Neues in dein Leben zu lassen. Seien es Angewohnheiten, Glaubenssätze, Menschen, Emotionen. Wie du Glaubenssätze loslassen kannst, kannst du in meinem Blog-Beitrag nachlesen.

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Woher kommt der Begriff Sperrnächte?

Früher nahm man die Jahreskreisfeste und auch die Sperr- und Rauhnächte noch ernst, sie waren fester Bestandteil im Jahr und man lebte nach den alten Bräuchen und Sitten. In den Sperrnächten wurde alles endgültig weggesperrt. Die Gerätschaften aus dem Ackerbau, das Werkzeug usw. alles wurde gereinigt, „gut versorgt“ und dann bis zum nächsten Frühjahr weggesperrt. Wirklich allerletzte Arbeiten durften noch durchgeführt werden, bevor dann während der Rauhnächte die Arbeit ruhen musste. Sonst sorgte die wilde Jagd für Ruhe, doch dazu kannst du gerne hier in meinem Rauhnächte-Beitrag nachlesen.

Übertragen kannst du dich auch fragen, was möchtest du im alten Jahr zurücklassen, wegsperren. Nicht im Sinne von, verdrängen, sondern wirklich loslassen und beenden, so dass du gestärkt ins neue Jahr starten kannst.

Wann sind die Sperrnächte?

Überlieferungen zufolge ist die Zeit der Sperrnächte für deinen persönlichen Rückblick zwischen dem 8. und 19. Dezember. Manchmal fangen sie auch schon am 25. November (Kathreintag), am 1. Dezember, am 1. Advent oder auch am 13. Dezember zum Lichtfest (Lucia) an. Wobei unsere Vorfahren weder die Rauhnächte noch die vier Mondfeste im Jahreskreis nach festem Datum zelebrierten, sondern sich nach dem Mond richteten. Auch wenn die Sperrnächte nicht traditionell überliefert sind, sondern man davon ausgehen kann, dass sie eher eine neuere „Erfindung“ sind, finde ich persönlich den Gedanken, dass sie nicht nach einem festen Schema abzulaufen haben, sehr erleichternd. Doch im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Zeiträume herauskristallisiert, die heute gängig verwendet werden.

Die Sperrnächte im Überblick – welcher Tag für welchen Monat steht

8. Dezember – Januar
9. Dezember – Februar
10. Dezember – März
11. Dezember – April
12. Dezember – Mai
13. Dezember – Juni
14. Dezember – Juli
15. Dezember – August
16. Dezember – September
17. Dezember – Oktober
18. Dezember – November
19. Dezember – Dezember

Manchmal liest du auch von dreizehn oder vierzehn Nächten, von einem Zeitraum, der bis zum 20. oder gar 21. Dezember reicht – und das hat seine eigene Berechtigung, wenn man sich am dreizehnten Mond orientiert, der im alten Jahreskreis eine Rolle spielt, oder wenn man den Tag der Wintersonnenwende selbst noch mit hineinnimmt. Ich halte mich bewusst an die klare Zählung ab dem 8. Dezember, weil jede Nacht für einen Monat steht und ein Jahr nun einmal zwölf davon hat – zwölf Nächte für zwölf Monate, ohne dass ich etwas dazuzähle oder weglasse, was die Logik verwässern würde. Diesen Rückblick begleite ich schon seit 2020, lange bevor die Sperrnächte überhaupt in vielen anderen Blogs auftauchten, und diese Klarheit in der Zählweise war mir von Anfang an wichtig, damit du dich an etwas Nachvollziehbarem orientieren kannst und nicht an einer von vielen Varianten, die sich widersprechen.

Die Dunkelnächte

Oftmals werden die Sperrnächte auch Dunkelnächte genannt, da sie, wie oben schon geschrieben, die dunkelste Zeit im Jahr darstellen. Die Wintersonnenwende markiert den tiefsten, dunkelsten Tag im Jahr, bevor sich das Blatt dann wieder wendet, das Licht wieder zurückkommt.

Wie paradox, dass wir uns in dieser Zeit die Wohnungen und Häuser künstlich erhellen. Hier eine Lichterkette, dort eine Kerze, das Deckenlicht brennt, der Adventskranz leuchtet, Geschäfte und Einkaufsstraßen sind hell erleuchtet, überall blinkt und blitzt es. Wir werden beschallt mit Musik, auf den Weihnachtsmärkten geht es laut zu, usw.

Wir dürfen uns hier auch wieder zurückbesinnen, uns fallen lassen in die Dunkelheit dieser Jahreszeit. Diese genießen, als wertvolle Hilfe, die eigenen Schatten zu erkennen und aufzulösen, so dass auch wir am Ende der Sperrnächte wieder in unserem eigenen, großen Licht leuchten. Wir dürfen die Dunkelheit wieder als Geschenk, als Freund kennen- und schätzen lernen und nicht als „etwas“ das uns Angst macht. Alles Leben kommt aus der Dunkelheit.

Sperrnächte, Dunkelnächte, Wintersonnenwende, Rauhnächte – wie hängt das alles zusammen?

Vier Begriffe, die im Dezember durcheinandergeraten, weil sie zeitlich ineinander übergehen und sich in ihrer Bedeutung ähneln, ohne identisch zu sein. Damit du dich nicht fragen musst, wo du gerade stehst und was diese Phase von dir will, hier die Übersicht auf einen Blick, bevor wir uns jede einzelne Zeit im Detail anschauen:

ZeitZeitraumWorum es geht
Sperrnächte8. bis 19. DezemberRückblick, Abschluss, Loslassen
Dunkelnächteanderer Name für dieselbe Zeit wie obendas Dunkel als Raum für Klarheit annehmen
Wintersonnenwendeum den 21. DezemberStillstand, ganz im Hier und Jetzt ankommen
Rauhnächte25. Dezember bis 6. JanuarVorausschau, das neue Jahr träumen

Wie geht es dir mit dieser Reihenfolge?

Du merkst schon an der Tabelle: Es ist kein Sprung von einer Phase in die nächste, sondern ein Weg, der sich Schritt für Schritt entfaltet. Erst darfst du zurückschauen und loslassen, was nicht mehr zu dir gehört, dann darfst du innehalten, ganz ohne etwas tun oder lösen zu müssen, und erst danach öffnet sich der Raum, in dem du nach vorne schauen und das neue Jahr für dich träumen kannst. Wer versucht, direkt in die Rauhnächte zu starten, ohne vorher wirklich abzuschließen, trägt oft unbewusst das Alte mit hinein – und genau deshalb lohnt es sich, den Sperrnächten ihren eigenen Raum zu geben, auch wenn sie im Schatten der bekannteren Rauhnächte stehen.

Was du während der Sperrnächte tun kannst – dein Rückblick des alten Jahres

Vieles, was wir erlebt haben, können wir nicht rückgängig machen, doch wir können unsere Lehren daraus ziehen. Wenn du beispielsweise einen geliebten Menschen oder ein Tier verloren hast, so kommt er/es nicht wieder zurück. Doch du kannst jetzt, wenn deine individuelle Trauerzeit vorüber ist, ganz bewusst loslassen. Bspw. in einem kleinen Dankes- oder Abschiedsritual. Dann bist du frei und kannst dich im nächsten Jahr an die schönen Erlebnisse erinnern oder einem anderen Tier ein neues Zuhause schenken.

Oder du hast dich in einer Situation „falsch“ verhalten, „falsche“ Schlüsse gezogen. Dann schau dir diese Situation nochmal an, fühle sie. Sehe auch, dass du in dem Moment dein Bestes gegeben hast, es sich im Nachhinein eben als „falsch“ herausstellte. Dann lasse es los, im Bewusstsein, dass du es nun besser machst. Lasse auch deine (Selbst)Verurteilung los, diese verändert die Situation nicht mehr, hält dich aber fest, so dass du nicht mehr weiter kommst auf deinem Seelenweg.

Die Sperrnächte kannst du auch nutzen, wenn du noch „eine Rechnung offen hast“, sei es Geld, dass du anderen schuldest oder sie dir oder auch Worte, die verletzt haben. Dort, wo es einer Entschuldigung bedarf. Vergeben ist auch ein Thema in den Sperrnächten. Du dir, du anderen und du kannst auch andere darum bitten, dir zu vergeben.

Lass die Monate Revue passieren

Wenn du magst, dann fühle jeden Tag in den entsprechenden Monat rein und lasse ihn Revue passieren. Folgende Fragen kannst du dir stellen, sie sie als Inspiration zu verstehen und du kannst gerne eigene Fragen verwenden:

  • Was war gut, was hat mich erfreut, wo war ich erfolgreich, was hat mich erfüllt/bereichert? Gehe bewusst in dieses Gefühl und lasse es nochmal hochkommen
  • Was war schlecht? Wo habe ich mich geärgert? Wo hat man mich gekränkt/ausgelacht/ungerecht behandelt? Fühle auch hier hinein, ob du vergeben kannst oder was es noch braucht, um das Erlebte loszulassen und abzuschließen
  • Was habe ich erfahren und daraus gelernt? Das sind Dinge, die du „verstanden“ hast, aus denen du jetzt neue Schlüsse und Erkenntnisse für die Zukunft gezogen hast
  • Welches Geschenk hat mir der Monat gebracht (nicht nur materieller Natur)

Auch generelle Fragen kannst du dir stellen:

  • Sind meine Gewohnheiten (Essen, rauchen, Alkohol, zu wenig Schlaf usw.) gut für mich bzw. was braucht es, um diese zu verändern?
  • Was ist der Sinn meines Lebens?
  • Welche Wünsche, Träume, Sehnsüchte sind in mir, die raus wollen? Was braucht es dafür?
  • Achte ich immer meine Grenzen?
  • Wo mache ich mir das Leben selbst schwer?

Oftmals hilft es, wenn du dir Situationen, die nicht ganz optimal gelaufen sind, einfach nochmal anschaust. Sie bewusst wahrnimmst und fühlst. Allein dadurch würdigst du deine Erfahrung und oftmals braucht es gar nicht mehr, um es dann loszulassen. Die Sperrnächte sind perfekt für deinen Rückblick.

Räuchern in den Sperrnächten – drei passende Räucherpflanzen

Wenn du während der Sperrnächte räuchern möchtest, öffnet sich oft mehr, als Worte allein greifen können. Drei Kräuter haben sich für diese Zeit besonders bewährt, jedes mit einer eigenen Aufgabe für deinen Rückblick:

Beifuß – für das Loslassen selbst
Beifuß gilt als die Schamanin unter den Pflanzen. Er öffnet dir die Schwelle zu dem, was in einem Monat noch gesehen werden will, bevor du es wirklich gehen lassen kannst. Wenn du an eine Situation denkst, die du noch nicht ganz abgeschlossen hast, ist Beifuß dein Kraut.

Wacholder – für Mut und Klarheit
Wacholder reinigt nicht nur den Raum, er gibt dir auch den Mut, ehrlich hinzuschauen, wo du dich im vergangenen Jahr geärgert oder falsch verhalten hast. Er begleitet dich über die Schwelle, wenn Loslassen sich schwer anfühlt.

Salbei – für den Neuanfang danach
Salbei räumt auf, was dem Neubeginn noch im Weg steht. Wenn du am Ende eines Monats angekommen bist und den nächsten Zettel verbrennst, schließt Salbei diesen Moment und schafft Raum für das, was noch kommt.

Du kannst dir daraus eine Räuchermischung herstellen, welche du auf dem Stövchen oder Kohle verräucherst. Bevor du dich einem Monat zuwendest, lass den Rauch durch den Raum ziehen und um dich herum, und bleib einen Moment einfach da, ohne gleich nach den Fragen zu greifen. Wenn du tiefer eintauchen und deine eigene Räuchermischungen Schritt für Schritt herstellen, verschiedene Räuchertechniken kennenlernen willst, begleite ich dich in meinem Räucherkurs „Räucherpfade“ dabei.

Dein tägliches Ritual zum Rückblick während der Sperrnächte

Nimm dir, wenn du magst, jeden Abend etwas Zeit, fünfzehn bis dreißig Minuten. Gehe in die Stille und lasse den entsprechenden Monat Revue passieren. Oder mache einen Spaziergang. Vielleicht notierst du dir das Jahr über viel im Kalender, dann blättere diesen durch.

Mache dir Notizen, was du im Monat erlebt hast. Nutze auch die Fragen von weiter oben. Vielleicht willst du dir auch nur eine Angewohnheit oder einen Glaubenssatz aufschreiben, den du jetzt endgültig loslassen willst.

Am nächsten Tag kannst du dann schauen, was du noch aktiv tun kannst, um dein Thema loszulassen. Vielleicht jemanden anrufen, dir selbst vergeben, Geld oder Geliehenes zurückgeben usw. Beobachte auch deine Träume in der Nacht.

Bevor du dann am nächsten Abend zum nächsten Monat übergehst, verbrenne deine Notizen vom Vorabend. Egal ob du einen Roman oder nur ein Wort geschrieben hast, übergib es dem Feuer. Im Bewusstsein, es ganz loszulassen.

Häufige Fragen zu den Sperrnächten

Wann sind die Sperrnächte 2026?

Die Sperrnächte beginnen am 8. Dezember und enden am 19. Dezember – zwölf Nächte, jede einem Monat des vergangenen Jahres zugeordnet.

Sind Sperrnächte und Rauhnächte dasselbe?

Nein. Die Sperrnächte gehen den Rauhnächten voraus und dienen dem Rückblick und Loslassen, während die Rauhnächte vom 25. Dezember bis 6. Januar der Vorausschau auf das neue Jahr gewidmet sind.

Was ist der Unterschied zwischen Sperrnächten und Dunkelnächten?

Es gibt keinen – Dunkelnächte ist lediglich der zweite gebräuchliche Name für dieselbe Zeit, benannt nach der Dunkelheit, die in diesen Tagen vor der Wintersonnenwende am stärksten spürbar ist.

Sind die Sperrnächte eine alte, überlieferte Tradition?

Nur teilweise. Belegt und alt ist das bäuerliche Wegräumen und Wegsperren von Haus, Hof und Werkzeug vor dem Winter. Die heutige Deutung als persönliches Rückblicksritual mit Monatszuordnung ist dagegen eine jüngere Weiterentwicklung dieses Gedankens, keine historisch überlieferte Praxis.

Woher kommt der Name Sperrnächte?

Er geht auf die Zeit zurück, in der landwirtschaftliches Gerät vor dem Winter gereinigt, versorgt und „weggesperrt“ wurde, bevor während der Rauhnächte alle Arbeit ruhte

support ina allard

Hey, ich bin Ina

Ich weiß, wie es sich anfühlt, im Alltag zu funktionieren – und dabei leise zu spüren, dass da noch mehr sein muss. Mein Weg zum Schamanismus begann in einer Zeit, in der ich mich leer und rastlos fühlte, obwohl von außen alles gut schien.

Die Natur, die Anderswelt und die Verbindung zu meiner inneren Kraft haben mein Leben verändert. 

Und wenn ich das geschafft habe – dann schaffst du das auch, oder? 🤗

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