Zuletzt aktualisiert am von Ina Allard
Stell dir vor, du wanderst allein durch einen alten Wald. Uralte, große Bäume, in deren Blätterdach sich die Sonnenstrahlen brechen, ein Spiel von Licht und Schatten, du spürst weiches Moos unter deinen Füßen und Wärme im Gesicht. Und plötzlich ist da dieses Gefühl, wie ein Kribbeln, eine freudige Energie, es ist still, aber diese Stille fühlt sich dennoch lebendig an. Als ob dich jemand neugierig und in guter Absicht beobachtet. Du hast das Gefühl, dieser Ort wo du gerade bist, ist beseelt, du bist hier nicht alleine, da “ist irgendwas“, das du aber nicht sehen kannst.
Viele Menschen kennen dieses Erlebnis – und viele tun es danach als Einbildung ab. Dabei könnte es genau das Gegenteil sein: ein erster, echter Kontakt mit der feinstofflichen Welt der Natur.
In diesem Beitrag möchte ich dich einladen, zwei Themen kennenzulernen, die eng miteinander verwoben sind: Naturwesen und Hellsinne. Beide sind keine Märchen und keine Fantasie. Beide sind Teil einer uralten menschlichen Erfahrung – und beide kannst du selbst erleben.
Was sind Naturgeister – und sind sie wirklich real?
Vielleicht denkst du beim Wort „Naturgeister“ auch zuerst an Märchen, Kindheitserinnerungen oder niedliche Figuren aus Fantasyfilmen. Und ich verstehe das vollkommen – denn genau das haben wir uns über Generationen eingeredet.
Aber was, wenn diese Figuren gar keine Erfindung sind? Was, wenn Feen, Elfen, Gnome, Baumgeister, Devas, usw. im Volksglauben aller Kulturen deshalb auftauchen – bei den Kelten, den Germanen, den Japanern, den indigenen Völkern Amerikas – weil Menschen sie tatsächlich wahrgenommen haben?
Im Schamanismus werden Naturwesen nicht als Fantasiegestalten verstanden, sondern als Ausdruck einer lebendigen Weltordnung – Wesen, die Landschaften, Pflanzen, Gewässer, Steine und Elemente beleben, Kraftorte hüten und natürliche Ressourcen schützen. Sie sind mit einzelnen Naturorten wie Bäumen, Felsen und Wasserläufen ebenso verbunden wie mit Mutter Erde als großem Ganzen.
Die Namen wechseln, die Kulturen wechseln – aber die Erfahrung dahinter ist dieselbe: Die Natur ist nicht stumm. Sie ist belebt. Und sie möchte uns etwas sagen. Naturwesen suchen den Kontakt zu uns Menschen, heute in dieser schnelllebigen Zeit in der wir uns mehr und mehr von allem Natürlichen entfernen, mehr denn je.
Welche Naturwesen gibt es?
Die Welt der Naturgeister ist so vielfältig wie die Natur selbst. Hier ein Überblick über die einige Wesen:
Elementarwesen
sind feinstoffliche Energien, die in Wäldern, Flüssen, Bergen und anderen Orten leben. Ihre Aufgabe besteht darin, die Harmonie in ihrer Umgebung zu bewahren und den Lebensfluss der Elemente zu schützen. Jedes Element hat seine eigenen Wesen: Gnome und Erdgeister für die Erde, Sylphen für die Luft, Undinen für das Wasser, Salamander für das Feuer.
Feen, Elfen und verwandte Wesen
sind vielleicht die bekanntesten Naturgeister überhaupt – und das nicht ohne Grund. Sie tauchen in den Überlieferungen fast aller europäischen Kulturen auf. Laut Sagen und Legenden zählt der rote Fingerhut zu den Pflanzen des Elfenvolkes – man glaubte, dass die Elfen seine rosa- und lilafarbenen Blüten als Kopfbedeckungen verwenden, und er wächst genau an den Plätzen, wo sich das Elfenvolk wohlfühlt: in Wäldern, entlang von Wegen und auf Lichtungen. Elfen und Feen gelten als Wesen der Schwellen – zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Menschenwelt und Anderswelt.
Baumgeister
sind die Seele eines bestimmten Baumes. Der Baumgeist beseelt diesen einen Baum. Daneben gibt es Baumschrate oder Baumelfen, die auf einem Baum wohnen. Wenn du dich an einen alten Baum lehnst und plötzlich ein tiefes Wohlgefühl oder eine deutliche Präsenz spürst – dann hast du vermutlich gerade seinen Geist berührt.
Ortswesen & Hüter
sind Naturgeister, die einem ganz bestimmten Platz zugehören: einer Quelle, einer Lichtung, einem alten Hain, einem Bergrücken. Sie sind so etwas wie die Seele dieses Ortes. Das „Besondere“, das du manchmal an bestimmten Plätzen spürst? Das ist ihr Abdruck. Auch dein Zuhause, dein Garten, jeder Wald usw. hat solch einen Hüter.
Pflanzendevas
sind die bewussten Kräfte, die in bestimmten Pflanzen wohnen. In schamanischen Kulturen gilt jede Pflanze als Verbündete, die über das physische Heilen hinausgeht – sie kann Menschen helfen, sich mit der Natur und sich selbst zu verbinden, und ist in der Lage, Botschaften zu übermitteln oder den Zugang zur Anderswelt zu eröffnen. Zwei dieser Pflanzen möchte ich dir weiter unten besonders vorstellen.
Naturwesen im Schamanismus: eine Welt, die auf uns wartet
Jetzt möchte ich etwas tiefer gehen – denn um wirklich zu verstehen, was Naturgeister sind und warum der Kontakt zu ihnen so bedeutsam ist, lohnt sich ein kurzer Blick auf das schamanische Weltbild, die Wurzel unserer Spiritualität.
Schamanismus ist so alt wie die Menschheit. Schon seit Urzeiten reisen Menschen auf allen Kontinenten zu den Geistern der Anderswelten, um Botschaften von dort zu übermitteln. Der Schamane – oder die Schamanin – war dabei nicht jemand mit übernatürlichen Kräften, sondern jemand mit einer geschulten Wahrnehmung: ein Mensch, der sich auf die Kommunikation mit der natürlichen Welt und ihren Geistern spezialisiert hatte – Heiler, Kosmologe, Traumdeuter und Hüter des Wissens und vieles mehr in einem.
Ein zentrales Leitbild im Schamanismus ist: Alles Leben ist miteinander verbunden – Mensch, Tier, Pflanze, Erde, Himmel, Elemente und die unsichtbaren Kräfte der Geisterwelt. Naturgeister sind in diesem Verständnis keine Zufälle oder Symbole. Sie sind Mitbewohner dieser Welt. Lebendige Kräfte, die ihren eigenen Platz, ihre eigene Aufgabe, ihre eigene Intelligenz haben. Nur eben auf einer anderen Ebene, die wir mit unserem Verstand nicht “be-greifen”, die wir aber sehr wohl dennoch wahrnehmen können.
Im schamanischen Kosmos gibt es die Anderswelt mit ihren drei Welten, die alle gleichzeitig existieren: die Unterwelt, die Oberwelt – und die Mittelwelt, also das unsichtbare hinter unsere physische Realität (Alltagswelt). Die Mittelwelt entspricht unserer physischen Realität, ist aber auch eine feinstoffliche Ebene, in der Geistwesen und Naturgeister existieren. Die Naturwesen, die in der Mittelwelt leben, sind kraftvolle Geisthelfer, die uns auf unserem Weg unterstützen. Und dabei sind sie nie weit weg, sie sind da, wo Menschen sind. Im Wald hinter deinem Haus, am Bach um die Ecke, unter dem alten Kastanienbaum auf der Wiese. Doch sie zeigen sich nicht jedem. Sie erwarten auch einen gewissen Respekt, eine aufrichtige Haltung und ein feines Gespür dafür, wie wir uns in der Natur bewegen.
Denn wenn wir wirklich begreifen, dass die Natur nicht einfach nur Kulisse ist, sondern ein lebendiger Raum voller Bewusstsein, dann verändert das auch unser Verhalten. Dann lassen wir keinen Müll liegen, weil wir verstehen, dass wir damit nicht nur einen Ort verschmutzen, sondern in einen beseelten Raum eingreifen. Dann gehen wir achtsamer mit natürlichen Ressourcen um, nehmen nicht mehr, als wir wirklich brauchen, und reißen nicht wahllos Pflanzen, Pilze oder andere Gaben aus der Natur, nur weil wir es können. Dann treten wir keine Steine achtlos durch die Gegend, brechen keine Äste aus Gedankenlosigkeit ab und laufen nicht mit der Haltung durch den Wald, als würde uns dort alles gehören.
Die Naturwesen sind immer da. Sie wirken, sie begleiten, sie unterstützen, oft still und unaufdringlich. Sie wollen mit uns in Verbindung gehen, doch diese Verbindung entsteht nicht durch Neugier allein und schon gar nicht durch forderndes Verhalten. Sie braucht Respekt, Achtsamkeit und Bereitschaft, nicht nur zu nehmen, sondern auch mit offenem Herzen da zu sein. Wer mit Feingefühl in die Natur geht, aufmerksam schaut, still wird und beginnt, wirklich wahrzunehmen, der merkt oft sehr schnell, dass er nicht allein ist. Die Natur antwortet immer, leise, klar und auf ihre eigene Weise. Genau darin liegt oft die Tiefe der Botschaften. Doch wir haben dieses leise Lauschen in der lauten Welt verlernt. Jetzt ist die beste Zeit, das wieder zu ändern.

Warum diese Verbindung heute wichtiger ist als je zuvor
Was der Schamanismus uns außerdem lehrt: Es geht nicht nur um Naturschutz, es geht um Heilung. In der schamanischen Ökologie geht es darum, mit Sinnen und Herz mit der Natur zu verschmelzen, unsere persönliche Art der Wahrnehmung der Sprache der Erde zu finden – um die Botschaften der Naturwesen zu hören und Zusammenarbeit zum Wohl der Erde zu ermöglichen.
Das bedeutet: Wenn du dich öffnest und bereit bist Kontakt aufzunehmen – dann tust du nicht nur etwas für dich. Du trägst zur Heilung einer Verbindung bei, die zu lange unterbrochen war. Du trägst zur Heilung von Mutter Erde bei die durch die Kriege und Katastrophen usw. tiefe Wunden trägt.
Warum der Kontakt zu Naturwesen uns heilsam ist und uns erdet
Der Kontakt zu Naturwesen ist längst nicht nur ein „romantisches“ Gefühl, sondern eine tief wirksame Übung für dein inneres Gleichgewicht und deine Beziehung zur Welt. Naturgeister unterstützen uns auf ganz konkrete Weise:
- Sie stärken innere Erdung und Ruhe, indem sie dir helfen, weniger im Kopf zu kreisen und wieder im Körper und im Jetzt zu sein.
- Sie fördern Heilung auf allen Ebenen, indem sie dich bei seelischen, emotionalen und körperlichen Blockaden begleiten und deine Selbstheilungskräfte sanft aktivieren.
- Sie öffnen Weisheit und Klarheit, indem sie dir unerwartete Einsichten, innere „Gewissheiten“ oder klare Impulse geben – wie eine stille, liebevolle Berater‑Energie, die dir in Entscheidungen und Lebenswenden Orientierung schenkt.
- Sie vertiefen deine Verbindung zur Natur und dein Wohlbefinden, indem du die Welt nicht nur als Hintergrund, sondern als lebendigen, beseelten Raum wahrnimmst – das wirkt beruhigend, sinnstiftend und stärkt dein inneres Gleichgewicht.
- Sie helfen dir, die Erde bewusster zu schützen, denn wenn du spürst, dass ein Ort, eine Pflanze oder ein Baum „lebendig“ und wahrnehmungsfähig ist, veränderst du automatisch dein Verhalten – denn alles ist eins und miteinander verbunden. So wirst du “automatisch” achtsamer.
Der Kontakt zu Naturwesen ist also kein esoterischer Humbug, sondern wie ich finde gerade heutzutage ein Weg zurück zu deiner ureigenen Wahrnehmung, zu mehr Ruhe, Orientierung, Hielung und liebevoller Mitwirkung im großen Kreis des Lebens.
Naturgeister sind uns viel näher, als wir glauben
Wir Menschen haben scheinbar verlernt, mit dem „Unsichtbaren“ zu kommunizieren. Es macht uns erstmal Angst – oder zumindest Unsicherheit – denn wir können es nicht mit unseren gewöhnlichen Sinnen greifen. Wir können es nicht messen, nicht anfassen, nicht erklären. Und in einer Gesellschaft, die Erklärungen liebt, ist das erstmal gruselig, unheimlich und unbequem.
Dabei ist diese Verbindung zur feinstofflichen Welt gar nichts Fremdes. Sie war einmal selbstverständlich. Indigene Völker rund um den Globus kommunizieren bis heute mit den Geistern der Natur – als Teil ihres Alltags, nicht als Ausnahme. Diese Fähigkeit musste nicht gelernt werden wie Lesen oder Schreiben. Sie ist uns mitgegeben.
Was uns fehlt, ist nicht die Fähigkeit. Was uns fehlt, ist die Stille und die Erinnerung daran, die Rückbesinnung auf uraltes Wissen, das in jeder von uns schlummert, das erweckt werden will, das aber nicht durch Internet und KI abgerufen werden kann.
Und hier kommen die Hellsinne ins Spiel.
Was sind Hellsinne – deine natürlichen Wahrnehmungskanäle
Hellsinne klingen vielleicht nach etwas Esoterischem, nach einer besonderen Gabe weniger auserwählter Menschen. Aber das stimmt schlicht nicht.
Hellsinne sind keine Gaben oder Privilegien, sondern unsere Grundausstattung als geistiges Wesen. Wir wurden alle damit geboren. Sie sind keine Ausnahme – sie sind das Original. Das Lesen und Schreiben mussten wir mühsam erlernen. Die Hellsinne nicht. Sie waren einfach da, lange bevor wir Buchstaben kannten.
Du kennst deine fünf physischen Sinne: sehen, hören, riechen, schmecken, tasten. Die Hellsinne sind ihre inneren Entsprechungen – feinstoffliche Kanäle, über die du auf die Informationen der geistigen Welt zugreifen kannst. Und genau über diese Kanäle nimmst du Naturgeister wahr.
Hellfühlen – der Sinn, den du schon kennst
Hellfühlen ist der Hellsinn, den die meisten Menschen am schnellsten wiedererkennen – weil er sich wie ein „Bauchgefühl“ anfühlt, das wir alle kennen. Hellfühligkeit ist das Empfangen intuitiver Botschaften als Emotion oder körperliche Empfindung. Ein unerklärliches Kribbeln. Gänsehaut ohne Wind. Eine Wärme, die sich innerlich ausbreitet. Das Gefühl, dass ein Ort „lebt“ – oder dass er dich willkommen heißt oder eben nicht.
Hellsehen – Bilder, die von innen kommen
Beim Hellsehen entstehen keine großen Visionen wie im Film. Meistens ist es viel feiner – eine Farbe, ein Fragment eines Bildes, ein detaillierteres Bild oder sogar ein innerlicher Film, der sich vor dem inneren Auge zeigt. Wenn du im Wald die Augen schließt und plötzlich ein Gesicht aus Baumrinde siehst oder einen Lichtschimmer an einer Wurzel – das ist Hellsehen.
Hellhören – Gedanken, die sich fremd anfühlen
Du kennst das: Ein Gedanke taucht auf, der sich nicht anfühlt wie deiner. Ein Wort, das kommt, bevor du danach gesucht hast. Hellhörende Menschen zweifeln oft an ihren Eingebungen – und genau das ist häufig ein Zeichen dafür, dass dieser seltene Sinn in ihnen aktiv ist. Wenn du hellhörst, hörst du Worte oder ganze Sätze und Botschaften oft in einer fremden Stimme.
Hellwissen – die stille Gewissheit
Kein Bild, kein Gefühl, kein Ton. Nur: Ich weiß es einfach. Beim Hellwissen weiß man Dinge einfach – es ist der klassische Gedankenblitz, der in deinen Kopf schießt, ohne Vorwarnung. Du weißt es einfach, ohne dass du es erklären kannst, oder lange drüber nachgedacht hast.
Zwei Pflanzen, die dich in ihre Welt einladen: Gundermann und Fingerhut
Auch die Pflanzen können uns hierbei unterstützen, denn sie sind nicht einfach nur Pflanzen. Sie sind Brücken in die Anderswelt. Zwei davon möchte ich dir besonders ans Herz legen.

Gundermann – der gute Geist zu unseren Füßen
Er wächst überall und niemand beachtet ihn: ein kleines, kriechendes Kraut mit herzförmigen Blättern und zarten lilafarbenen Blüten, das sich durch Gärten schlängelt, am Wegesrand sprießt, sich still durch Hecken und Wiesen zieht. Der Gundermann ist ein eher unscheinbares Gewäch – und gleichzeitig eines der spirituell bedeutsamsten. Wenn ich Gundermann rieche oder esse, bin ich sofort in anderen Welten. Er ist für mich DAS Kraut, um einfach eine Schwelle in die nicht alltägliche Welt zu überschreiten.
Als blaue Blume dem Wettergott Donar zugeordnet, galt der Gundermann bei den Germanen als Verkörperung eines guten Seelen- oder Hausgeistes. Er stand in hohem Ansehen als Sitz der Hausgeister. Es heißt, unter seinen schützenden, heiligen Blättern hielten sich die guten Naturgeister und Heinzelmännchen auf.
Wolf-Dieter Storl schreibt, dass das Tragen eines Gundermannkranzes – in Verbindung mit einer meditativen Geisteshaltung – das Wahrnehmen von feinstofflichen Wesenheiten, insbesondere von Gnomen und Erdwichteln, erleichtern kann. Er sieht einen schönen Zusammenhang in der Wuchsform: Der Gundermann strebt nicht nach oben. Er kriecht. Er bleibt immer in Verbindung mit dem Boden – wie ein Wesen, das uns hilft, dorthin zu horchen, wo die Erdwesen leben.
In der schamanischen Tradition galt er außerdem als Schutzpflanze gegen bösen Zauber und Fremdenergie. So sagt man, wenn man sich in der Walpurgisnacht einen Kranz aus Gundermann um den Kopf und über das 3. Auge bindet, kann man Hexen sehen.
Wenn du das nächste Mal an einem Gundermann vorbeigehst – bleib kurz stehen. Berühre die kleinen Blätter. Diese Pflanze kennt die Wesen der Erde. Sie lebt mit ihnen.
Fingerhut – wo Elfen wohnen
Wer schon einmal auf einer Waldlichtung vor einem blühenden Fingerhut gestanden hat, versteht sofort, warum er als Elfenpflanze gilt. Diese Pflanze ist nicht von dieser Welt – kerzengrade, bis zu eineinhalb Meter hoch, mit purpurroten, lila- oder rosafarbenene Glockenblüten, die majestätisch nach oben wandern. Sie hat etwas zutiefst Unwirkliches.
Laut Sagen und Legenden zählt der Rote Fingerhut zu den Pflanzen des Elfenvolkes. Man glaubte, dass die Elfen seine wunderschönen rosafarbenen Blüten als Kopfbedeckungen verwenden. Und er wächst genau dort, wo sich Elfen wohlfühlen: in Wäldern, entlang von Wegen, auf Lichtungen.
Er ist zugleich Heil- und Giftpflanze – eine, die Leben retten oder nehmen kann. Diese Schwellennatur macht ihn spirituell so besonders: Er steht an der Grenze zwischen den Welten.
Wenn du auf einer Wanderung einen Fingerhut entdeckst – steh einfach einen Moment vor ihm und nimm seine starke Präsenz wahr, die dabei nicht aufdringlich sondern einladend ist. Und vielleicht siehst du einen kleinen Schemen – ob es eine Elfe war?
Die Hellsinne in der Natur trainieren – verschiedene Wege
In der Ruhe der Natur findest du leichten Zugang zu deinen Hellsinnen. Und das Schöne: Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Du kannst auf ganz verschiedene Arten beginnen – wichtig ist nur, dass du verlangsamst.
Bewusst ankommen. Wenn du einen besonderen Ort betrittst, nimm dir drei Atemzüge. Kündige innerlich an: Ich bin hier. Ich bin offen. Diese kleine Geste signalisiert deinen Hellsinnen – und den Naturgeistern – dass du bereit bist.
Augen schließen, Sinne öffnen. Schließ die Augen und spüre nach, was dann kommt. Was riechst du? Was hörst du? Welche Empfindungen entstehen im Körper? Welche Bilder zeigen sich hinter den Lidern? Oft reichen drei Minuten, um die erste Schicht der Alltagswahrnehmung zu durchdringen.
Hinter die Oberfläche schauen. Schau einen Baum, eine Pflanze, einen Stein an – nicht um ihn zu benennen, sondern um ihn zu empfangen. Was strahlt er aus? Was ist die Qualität dieses Ortes – schwer oder leicht, ruhig oder lebendig, einladend oder zurückhaltend?
Innerlich fragen. Stelle einfach eine Frage. Was möchte mir dieser Ort zeigen? Gibt es hier ein Wesen, das sich zeigen möchte? Dann lausche.
Aufschreiben. Nimm ein kleines Notizbuch mit. Die leisen Eindrücke verschwinden schnell. Halte sie fest – auch wenn sie sich klein oder seltsam anfühlen. Mit der Zeit erkennst du Muster, die dich staunen lassen werden.
Wenn (noch) nichts kommt
Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch – auch beim ersten bewusst hergestellten Kontak zu Naturgeistern – etwas wahrnimmt. Es ist schlicht nicht möglich, nichts wahrzunehmen. Aber wir haben verlernt, diese leisen, unscheinbaren Dinge ernst zu nehmen. Wir warten auf das Große, das Eindeutige, das uns förmlich anspringt – und übersehen dabei genau das, worüber die Wahrnehmung überhaupt erst zu uns kommt.
Ein Gedanke, der plötzlich da ist und sich anders anfühlt als deine üblichen Gedankenschleifen. Ein Moment von Ruhe, der sich wie aus dem Nichts ausbreitet. Vielleicht auch eine Schwere, ein Druck, ein Ziehen im Körper. Ein Bild, das hinter deinen geschlossenen Augen auftaucht, ohne dass du es bewusst „gemacht“ hast. Genau da entsteht bereits eine Verbindung.
Nur haben wir gelernt, das sofort wegzuschieben. „Das bilde ich mir ein.“ „Das ist doch nichts.“ Und genau an dieser Stelle trennen wir uns wieder von dem, was eigentlich da ist. Wenn du beginnst, diese kleinen Impulse ernst zu nehmen, ohne sie gleich zu zerdenken, verändert sich etwas. Deine Wahrnehmung wird klarer, feiner, stabiler weil du endlich anfängst, das zu sehen, was schon die ganze Zeit da war.
Und wie jeden anderen Muskel, kannst du auch deine Intuition trainieren. Regelmäßige, kurze Übungen in der Natur bringen mehr als seltene, intensive Versuche.
Und das Wichtigste: Geh bitte achtsam um mit dem Satz „Das bilde ich mir ein.“ Er ist der häufigste Grund, warum echte Wahrnehmungen verloren gehen, bevor sie sich entfalten können. Lass erstmal alles gelten, was kommt. Vertrauen kommt vor dem Verstehen.
Hörst du die Natur flüstern?
Naturgeister und unsere wahren Sinne (Hellsinne) erinnern uns daran, dass die Welt reicher und lebendiger ist als das, was wir mit den Augen sehen. Die Natur mit all ihren Wesen, auch der Naturgeister, ist ein lebendiges Netz aus Beziehungen, Botschaften und Resonanz.
Jedes Mal, wenn du in einen Wald gehst und still wirst. Jedes Mal, wenn du einen Gundermann berührst und kurz innehältst. Jedes Mal, wenn du an einer Quelle stehst und den Gesang der Undinen wahrnimmst – dann webst du an dieser Verbindung weiter.
Die Naturgeister sind da. Sie waren immer da. Wir müssen nur wieder lernen, hinzuhören.
Und vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, dass da etwas in dir reagiert. So ein leises „Ja, da ist mehr, ich will das jetzt auch entdecken“. Dann starte heute noch, ohne Druck, nicht mit „ich muss jetzt irgendwas können“, sondern indem du dir selbst erlaubst, wieder wahrzunehmen.
Wenn du dafür einen konkreten Anker willst, etwas das du in der Hand halten kannst als Anker im lauten, schnellen Alltag, das dich immer wieder zurückholt und diese Verbindung stärkt, dann habe ich etwas für dich. Einen schamanischen Medizinbeutel der dir genau dabei hilft – den Kontakt zu Naturwesen und deinen Hellsinnen zu stärken.


