Schamanisches Frauen-Wochenende
Mein Erfahrungsbericht voller Rituale, Natur und echter Magie
Was passiert, wenn naturschamische Rituale und das pralle Leben aufeinandertreffen? Genau das durfte ich erleben an einem Wochenende voller Feuer, Technobeats von der Burg, Medizinwalk und stiller Zeit in der Natur. Ein Erfahrungsbericht über gelebten Schamanismus im wahren Leben. Nicht perfekt aber authentisch.
Schnapp dir am besten dein Lieblingsgetränk, denn du hast jetzt 20 Minuten Lesezeit vor dir – und jede einzelne Minute nimmt dich tiefer mit in diese besondere Reise.
Freitagabend im Tal – ein schamanisches Wochenende beginnt
Stell dir vor: Du kommst nach einer langen Reise in ein abgelegenes Tal. Du baust dein Zelt auf, atmest tief durch, spürst den Boden unter deinen Füßen. Mit jedem Atemzug fällt ein Stück Alltag von dir ab – Termine, Druck, das Gedankenkarussell im Kopf. Genau hier begann unser schamanisches Wochenende: mit dem bewussten Schritt aus dem Gewohnten hinein in einen heiligen Raum.
Kathrin und Sabine aus meinem Seelenpfad-Onlinekurs nahmen dafür den weiten Weg aus Brandenburg und Bayern auf sich – um tief einzutauchen in die Stille, die Natur und um wieder echte Verbindung zu spüren. Und doch zeigte das Leben sofort seine eigene Art von Humor. Statt Ruhe drang von der nahen Ehrenburg ein Techno-Festival herüber – den ganzen Abend, die halbe Nacht.
Ich war genervt. Ich wollte Stille schenken – und bekam Bassrhythmen. Doch dann erinnerte ich mich an meinen eigenen Anfang in der schamanischen Ausbildung. Damals sagte mein Lehrer: „Das ist deine erste Prüfung. Praktischer Schamanismus heißt, mit dem, was da ist, das Beste zu machen, egal wie die äußeren Umstände sind.“
Genau das ist eine wichtige Erkenntnis: Spiritualität zeigt sich nicht, wenn alles perfekt läuft. Sie zeigt sich, wenn wir lernen, mit Unvollkommenheiten umzugehen.
Das einfache Sein in der Natur hat mich tief berührt: das Zelt aufschlagen, am Feuer kochen, den Tag ohne Druck fließen lassen – und dabei trotzdem so viel für sich selbst zu tun.
Gelebte Spiritualität: Stockbrot, Stille und echte Verbindung
Ankommen bedeutet, die Stille in uns wiederzufinden. Wir haben den Platz und seine Hüterin wahrgenommen und Mutter Erde begrüßt. Für mich fühlt es sich an wie ein leises Händeschütteln unter Menschen: ein stilles Zeichen von Respekt und Zugehörigkeit.
Beim ersten Spaziergang durch das Tal – vielleicht kennst du dieses besondere Licht, wenn der Tag langsam in die Nacht hinüber gleitet – wurde der Schleier spürbar dünner. Genau in diesem Zwielicht, dem Übergang vom Tag in die Dämmerung, begann unsere gemeinsame Reise.
Zurück im “Lager” zündeten wir ein Feuer an und hielten Teig am Stock in die Glut – nichts Besonderes, und doch voller Magie. Dieses Kindheitsgefühl von Rauch im Haar, knusprigem Rand und klebrigem Teig im Mund. So simpel und doch so besonders – genau diese kleinen Momente machen ein schamanisches Wochenende aus.
Das ist so einfach wie ehrlich – und genau darin liegt die Bedeutung von Spiritualität: ohne viel Brimborium, sondern echt, nah und greifbar.
Ich habe auf meinem Weg viele Mentoren und Coaches kennengelernt. Glaub mir, die lautesten selbsternannten Gurus sind oft die, die ihre eigene Dunkelheit nie angeschaut haben. Von Menschen, die sich über andere stellen, lernst du kein echtes Leben. Das ist wie ein Rezept von jemandem, der nie am Herd stand – auf dem Papier klingt es gut, aber wenn du danach kochst, schmeckt es nach nichts.
Wahre Begleitung kommt von denen, die selbst Schmerz, Zweifel und Schwere durchlebt haben – und trotzdem weitergehen. Genau das macht den Unterschied: nicht Perfektion, sondern Authentizität.
Ich habe an diesem Wochenende auch geteilt, wo ich selbst noch im Widerstand stehe. Genau daraus entstand Verbindung – weil klar wurde: Wir sind alle unterwegs. Auf der Suche nach Heilung, Zufriedenheit, Sinn. Und das ist ehrlicher und kraftvoller als jede glänzende Selbstdarstellung.
Stille als Sprache
Wir haben uns während des schamanischen Wochenendes viel ausgetauscht – und ebenso oft geschwiegen. Vielleicht fragst du dich: Hattet ihr euch denn nichts zu sagen? Diese Frage kam auch bei uns auf. Doch wir spürten: Wir sind verbunden – selbst ohne Worte.
Immer wieder gab es Momente, in denen eine etwas aussprach und die anderen sagten: „Genau das habe ich auch gerade gedacht.“ Diese wortlose Verständigung war kraftvoll, ein lebendiges Beispiel dafür, dass echte Verbindung nicht laut sein muss. Sie erinnerte uns an die Tierkommunikation, die beide zuvor bei mir gelernt hatten.
Ein stiller Abend – der Beginn einer Reise in unser schamanisches Wochenende
Und so öffnete sich die erste Tür. Nach außen vielleicht „nur“ ein stiller Abend im Tal – doch in Wahrheit war es der Anfang einer Reise, die uns alle verwandeln sollte. Es war ein bewusstes Hinübergleiten: raus aus dem Alltag, hinein in einen heiligen Raum, in dem das Laute, die Alltagsgedanken und das ständige Höher-Schneller-Weiter unserer Gesellschaft Sendepause haben.

Samstagvormittag – Übergang in die Anderswelt
Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es offiziell los. Stell dir vor: Du sitzt im Kreis, der Boden noch kühl vom Morgentau, der Duft von unserem frisch gepflückten Kräutertee liegt in der Luft, vermischt mit dem Rauch des Feuers. Die Trommeln beginnen erst leise, dann immer kraftvoller zu schlagen – dumpf, gleichmäßig, wie ein Herzschlag. Mit jedem Schlag öffnet sich der Raum ein Stück mehr, die Luft verändert sich, der Alltag rückt in den Hintergrund.
Wir riefen die Spirits, atmeten tiefer, und Schritt für Schritt machten wir uns bereit, die Schwelle zwischen Alltagswelt und Anderswelt bewusst zu überschreiten.
Dieser Übergang ist für mich kein starrer Schnitt – kein ‚hier Alltag, dort Anderswelt‘. Es ist ein Hineingleiten, so wie Morgendunst sich hebt und plötzlich neue Konturen sichtbar werden. Schamanische Arbeit bedeutet nicht Flucht, sondern Balance. Denn nur Alltag macht uns zu stumpfen Funktionierern, nur Anderswelt lässt uns “abheben“. Die Kraft liegt genau darin, dass beide Welten sich berühren und ineinanderfließen.
Und das ist immer persönlich. Kein Ritual sieht für zwei Menschen gleich aus, keine Erfahrung gleicht der anderen. Es ist deine Reise, nur deine. Da hilft dir weder eine KI noch ein selbsternannter Guru. Am Ende bist du es, die spürt, was für dich wichtig ist – und genau dieses Spüren ist der Schlüssel.
Ganz besonders war für mich auch der Medizin-Walk: allein mit einem persönlichen Thema durch den Wald zu gehen und von Mutter Natur Zeichen und Antworten zu empfangen, war eine kraftvolle und sehr heilsame Erfahrung.
Medizinwalk – wenn Alltag und Anderswelt sich verweben
Das Herzstück unseres schamanischen Wochenendes war ein stiller Gang in die Natur. Stell dir vor: Du gehst mit deinem Thema im Herzen hinaus, allein, schweigend, ohne Ablenkung. Schritt für Schritt – ganz bei dir und doch verbunden mit der Anderswelt. Von außen sieht es aus wie ein Spaziergang, innerlich aber wird es zu einer Reise zu dir selbst. Wenn du dich wirklich einlässt, die Gedanken stoppst, öffnet sich eine Welt, die Antworten für dich bereithält. Und so begann die Natur, Bilder zu schicken:
- Ein Schmetterling flatterte neben uns, verschwand, kam zurück – Neubeginn.
- Ein Stein in Herzform lag versteckt in der Wiese am Bach – Erinnerung an Liebe und Beziehung.
- Sonnenlicht zeichnete die Form von Eierstöcken durch das Laub – Botschaft von Weiblichkeit und Weisheit.
- Ein Spinnennetz funkelte im Regenbogenlicht – Symbol für Verbundenheit und Vielfalt.
- In der Rinde eines alten Baumes erschien ein Gesicht – das Wissen der Ahnen.
Weißt du, diese Augenblicke sind wie das Salz in der Suppe. Ohne sie schmeckt alles fad – nett, aber belanglos. Erst die kleinen Zeichen – der Schmetterling, der Herz-Stein, das Glitzern im Spinnennetz – geben dem Ganzen Tiefe und Würze. Genau dort, wo Alltag und Anderswelt ineinanderfließen, entsteht Magie. Wahre Heilung geschieht, wenn beides im Einklang ist – und der Schlüssel dazu ist Bewusstsein.
Zurück im Kreis legten wir unsere Funde – Stein, Blatt, Holz – in die Mitte und tauschten uns kurz dazu aus. Es ging dabei nicht darum, etwas zu analysieren oder zu bewerten, zu zerdenken, vielmehr kamen durch das drüber reden noch weitere Erkenntnisse und so wurde das Bild immer runder.
Steinorakel und die Kraft, die uns im eigenen Thema unterstützt
Die Eindrücke des Medizinwalks nahmen wir mit ins nächste Ritual. Denn wenn wir etwas im Leben verändern – und später im Ritual auch loslassen – wollen, ist es gut, eine unterstützende Kraft an der Seite zu haben. Genau hier kam das Steinorakel ins Spiel. Keine Wahrsagerei, kein Hokuspokus, sondern ein feines Wahrnehmen, Spüren, Lauschen. Denn jeder Stein trägt Jahrtausende in sich – Linien, Risse, Muster. Wer sich einlässt, entdeckt darin Antworten.
Also machten wir uns mit der Rassel, jede für sich, auf die Suche nach einem Stein. Viele habe ich auf meinem Weg betrachtet, manche gefielen mir – doch nur einer wollte wirklich mit mir kommen. 😉 Und genau das ist wichtig: nicht einfach irgendetwas aus der Natur nehmen, nicht „einfach so“ einen Baum umarmen. Das sind alles beseelte Wesen, denen wir respektvoll begegnen dürfen.
Mit den gefundenen Steinen suchten wir uns stille Plätze und ließen uns auf die Reise ein. In den Strukturen zeigten sich Bilder: ein Weg, eine Bergkette, ein Tier, ein Abgrund. Symbole, die halfen, die eigene Kraft sichtbar zu machen – nicht erdacht, sondern empfangen.
Wir waren uns schnell einig: Die Kraft liegt genau darin, dass die Antworten nicht aus dem Kopf kommen. Sie fließen aus der Natur, aus den Linien und Rissen der Steine – wenn wir wirklich zuhören. Jede von uns hat in ihrem Stein eine starke Kraft entdeckt: ein Symbol, ein Bild, eine Erinnerung. Unterschiedlich in der Form, aber gleich in der Tiefe.
Und aus all diesen individuellen Bildern entstand eine gemeinsame Essenz: Die Natur zeigt uns, dass wir geführt sind. Dass in uns bereits Kräfte liegen, die nur darauf warten, erkannt und gelebt zu werden.
Samstag Mittag: Das Fetisch-Ritual – Übergabe an die Elemente
Nach einem kleinen Snack ging es ans Eingemachte: loslassen. Ein großes Thema – vermutlich auch für dich, die du das hier liest.
Nach einer schamanischen Reise zum Fetisch sammelten wir Naturmaterialien: Rinde, Stein, Erde, Asche, Kräuter. Die Hände rochen nach Wald und Feuer, die Finger waren erdig. In jedes Bündel floss, was gehen durfte – alte Muster, überholte Rollen, Ballast, den wir nicht mehr länger mit uns rumtragen wollten.
Falls du beim Wort Fetisch kurz gezuckt hast 😉 – keine Sorge, hier geht’s nicht um irgendwas Anrüchiges.Vielmehr ist es im Schamanischen einfach ein Trägerobjekt, welches das aufnimmt, was wir nicht länger behalten wollen. Und damit er wirkt, braucht es Entschlossenheit. Die Bündel wurden ans Herz gedrückt, hinein gepustet oder gesprochen, gesungen… etwas von uns mitgegeben – kräftig, endgültig. Mit jedem Hauch gaben wir ab, was nicht mehr bleiben sollte.
Dann die Übergabe an die Elemente:
- ins Feuer, das zischend antwortete,
- ins Wasser, das leise davontrug.
Nicht weggeworfen, sondern in Respekt zurückgegeben. Denn Schamanismus kennt keine Entsorgung – nur Wandlung.
Die Luft um uns danach war merklich leichter. Als ob ein Raum gelüftet wird, in dem es zu lange stickig war. Tränen durften fließen, wie ein kurzer Sommerregen, der alles von den Blättern wäscht. Und danach war die Stimmung klar, frisch, heiter, gelöst – Freude, Lachen, Leichtigkeit. Als hätte der Regen Platz gemacht für die Sonne.
Das Thema, mit dem ich ins Wochenende gestartet bin, hat sich wie ein roter Faden durchgezogen; der eine Teil wurde angeschaut und gelöst und der andere Teil darf jetzt in mein Leben kommen.
Nach so tiefgreifenden Ritualen und Reisen haben wir noch mehr den Kopf ausgeschaltet und wurden kreativ. denn dabei konnte sich wunderbar “setzen”, was wir schon bearbeitet hatten.

Samstagnachmittag – Räucherbündel, Mandala und Rapé
Am Nachmittag streiften wir erneut durchs Tal und sammelten, was uns die Wiesen und Ränder schenkten: Beifuß, Schafgarbe, Minze, wilde Möhre, Giersch, Frauenmantel, uvm. – sogar ein paar Johanniskrautblüten blitzten noch dazwischen. Dazu hatten wir Salbei, Lavendel und Rosmarin mitgebracht. Ein buntes Duft-Potpourri.
Kannst du es riechen? Die frische Minze gemischt mit der herben Schafgarbe, dazu der warme, kräftige Salbei, das Blumige vom Lavendel und die Schärfe des Rosmarins. Ein ganzer Sommertag lag in diesem Duft.
Und so saßen wir beieinander, jede Menge heilsame Pflanzen vor uns, und banden daraus Bündel. Es wurde gelacht, probiert, gezeigt, verglichen.
Fun Fact:
Früher habe ich zu all dem einfach „Zeug“ gesagt – mein Kräuterzeug, mein Räucherzeug, mein Schamanismus-Zeug. Gar nicht böse gemeint, aber „Zeug“ klingt halt so, als wäre es irgendwie belanglos. Mein erster Impuls war, das Wort einfach zu streichen. Doch irgendwann habe ich gemerkt: Es ist nicht das Wort selbst, das abwertet, sondern meine Bewertung dazu. ‚Zeug‘ ist ja erstmal nur ein Sammelbegriff. Durch meine Brille bekam es ein negatives Etikett.
Und genau da steckt eine kleine Erkenntnis: Oft sind es nicht die Dinge selbst, die schwer wiegen – sondern unsere Bewertung darüber. Wenn wir sie loslassen, wird plötzlich selbst „Zeug“ leicht, freundlich, vielleicht sogar liebevoll. Vielleicht magst du das mal im Alltag beobachten – wo klebt bei dir noch ein Etikett, das eigentlich gar nicht nötig wäre?
Manche Bündel wirkten fast wie kleine Kunstwerke, andere ganz schlicht – genau das machte den Reiz aus. Nebenbei erzählte ich ein bisschen von den Pflanzen: wie man wilde Möhre als feine Küchenzutat nutzen kann, Beifuß als heimisches Schamanenkraut schon unsere Vorfahren begleitete oder wie man Giersch mit der „Drei-Drei-Drei-Regel“ erkennt. So wurde aus Theorie etwas Greifbares – etwas, das man sofort mit dem Alltag verknüpfen konnte.
Dadurch entstand mehr als nur ein Bündel zum Räuchern. Es sind Erinnerungen, die im Winter wieder wach werden, wenn der Rauch den Raum füllt – an diesen Tag im Tal, an das gemeinsame Tun, an Leichtigkeit und Freude mitten in der Natur.
Solche kreativen Rituale sind ein fester Bestandteil meines schamanischen Wochenendes – praktisch, erdend und zugleich voller Magie.
Die Kräuter, von denen ich schon gelesen und gehört habe, jetzt tatsächlich in Händen zu halten und daraus einfache und doch so besondere und leckere Dinge zu machen, war schon besonders.
Mandala und Spiralritual – Dank an die Natur
Im Anschluss legten wir ein Mandala aus Blüten, Blättern, Steinen und Zweigen – ein Geschenk zurück an die Natur, die uns so reich beschenkt hatte. Geben und Nehmen gehören untrennbar zusammen.
Eigentlich war das Wochenende gut vorbereitet, doch wir ließen uns immer wieder von der Energie leiten. Manches verschob sich, manches wandelte sich – einfach, weil es im Moment stimmiger war. Genau so entstand auch die Idee, das Mandala nicht nur als Bild liegen zu lassen, sondern daraus ein größeres Ritual wachsen zu lassen.
So wurde es zur Spirale, durch die wir uns bewegten, begleitet von Liedern. Schon zuvor hatte eine von uns ein eigenes Lied geteilt, später beim Ritual kam ein altes Kraftlied hinzu. Beides fügte sich wie selbstverständlich ineinander und gab dem Moment Tiefe.
Dabei wurde mir mein alter Glaubenssatz „Ich bin unmusikalisch“ bewusst. Ich habe für mich reflektiert und beschlossen, ihn aufzulösen – Schritt für Schritt. Wichtig war nicht, sofort mitzusingen, das hätte sich für mich nicht stimmig angefühlt. Doch es entstand eine andere Erkenntnis: Es darf auch reichen, einfach nur zu empfangen. Und genau darin lag an diesem Tag ein Stück Heilung.
Die Rapé-Zeremonie – Mut zur Tiefe
Aus der Spirale heraus ergab sich die Rapé-Zeremonie fast von selbst. Für die beiden war es das erste Mal, und in mir steckte noch die Erinnerung an meine letzte, sehr intensive Loslass-Erfahrung – ohne hier ins Detail zu gehen, es war nicht angenehm, aber lehrreich.
Rapé ist keine Droge, sondern Pflanzenmedizin, ein Gebet aus Tabak und Asche. Es klärt, erdet, öffnet – aber es verlangt, dass man sich wirklich einlässt. Also hielten wir kurz inne, sprachen unsere Intentionen aus und nahmen die Medizin an.
Was dann kam, war roh und ehrlich: Tränen, Gähnen, Lachen, ein tiefes Ausatmen. Wie bei allem reagiert auch hier jede anders, und genau das machte den Moment echt. Die Spirale hatte uns schon geöffnet, Rapé brachte uns noch eine Schicht tiefer.
So wurde deutlich: Heilung passiert nicht an der Oberfläche, sondern dort, wo wir bereit sind, auch das Unbequeme zuzulassen.
Kochen im Dutch Oven und Ausklang am Feuer
Und dann wurde es endlich gemütlich – naja, fast. Erstmal hieß es noch schnibbeln 😉 Zum Glück hatten wir die Technobeats von der Burg als Taktgeber im Ohr … nicht ganz das, was man sich für ein Schamanen-Wochenende wünscht, aber irgendwie passte es doch.
Im Dutch Oven köchelte schließlich ein buntes Mahl aus allem, was wir mitgebracht hatten. Einfach, reichhaltig, nährend. Als es dunkel wurde, setzten wir uns ans Feuer. Keine großen Worte mehr nötig. Nur das Knistern, die Glut, das gemeinsame Schweigen.
Und genau darin lag die Essenz: Verbundenheit ohne Erklärungen. Ein stiller Abschluss für einen Tag voller Tiefe, Transformation – und Dankbarkeit.
Und auch die Zeit für mich, beim Medizin-Walk oder auch gemeinsam schweigend am Feuer zu sitzen, hat mich wieder zu mir selbst geführt.

Sonntag – Vision, Zerstückelung und Abschluss im Kreis
Nach dem Frühstück öffneten wir den Raum für die Visionsreise. In der Mitte lag ein leeres Amselnest – gefunden, als mein Mann ein paar Tage zuvor die Hecke schnitt. Ich hatte mir noch den Kopf zerbrochen, woher ich wohl ein Nest bekommen sollte, und dann tauchte es einfach auf. Für mich war klar: Das ist kein Zufall. Die geistige Welt hat ihre Finger im Spiel – und genau solche kleinen Hinweise liebe ich, sie machen den Weg so leicht.
Das Nest wurde zum Symbol für Neubeginn. Ein Nest schenkt Sicherheit und Geborgenheit, steht aber auch für das Festhalten am Alten. Das eigentliche Geschenk liegt im Moment des Rausfliegens – hinein in eine neue Wirklichkeit, befreiend und weit. Von dort aus starteten wir unsere Reise: Was will in meinem Leben neu geboren werden? In welche Realität darf ich jetzt fliegen?
So ging es hinaus aus dem Nest, hinein in neue Bilder, Gefühle, Antworten. Es fühlte sich an wie ein innerer Aufbruch – eine Erinnerung daran, dass wir jederzeit aus dem Alten heraustreten können. Zum Abschluss hielten wir unsere Erlebnisse bildlich fest, damit die Erinnerung lebendig bleibt.
Und genau solche Momente begleiten die Frauen auch nach dem Wochenende weiter. Eine Teilnehmerin etwa entdeckte in der Reise ihre persönliche Kraftpflanze – den Blutweiderich. Wir hatten schon gemeinsam damit gearbeitet, und zurück zu Hause fiel ihr auf, dass er direkt vor ihrer Haustür wächst. Sie hatte ihn all die Jahre übersehen, bis sich durch die Rituale der Blick öffnete. In unserer WhatsApp-Gruppe teilte sie die Fotos, und für uns alle war klar: Die Magie hört nicht am Sonntag auf, sie zieht mit in den Alltag.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Wenn du etwas Altes loslässt, öffnen sich Türen – und plötzlich beginnt der Neubeginn, genau in dem Moment, in dem du dich traust zu fliegen.
Zerstückelung – Schwellenübertritt in eine neue Kraft
Und dann wurde es nochmal richtig intensiv. Mit der Vision, die jede von uns empfangen hatte, war klar: Jetzt gehen wir den nächsten Schritt. Wir wagten die Zerstückelungsreise – ein Ritual, das man nicht oft macht. Klingt gruselig? Vielleicht. Aber es ist weder gefährlich noch bedrohlich. Es zeigt einfach, was in der Anderswelt möglich ist – Dinge, die wir im Alltag so (hoffentlich🙏) nie erleben würden.
Begleitet vom tiefen Herzschlag meiner Motherdrum Ahoki tauchten wir in die obere Welt ein. Dort geschieht etwas Radikales: Das Alte wird vollständig aufgelöst – Schicht für Schicht zerfällt, alles, was nicht mehr trägt, fällt ab und kehrt zurück an die Elemente. Für manche tauchen dabei Helfertiere auf, für andere geschieht es still und leise.
Und dann beginnt die Wandlung: Aus dem, was zerfallen ist, entsteht der neue Körper, das neue Selbst – klarer, freier, kraftvoller.
Genau das macht die Kraft solcher Schwellenrituale aus: Das Alte stirbt, damit das Neue geboren werden kann. Ein Übergang, der dich einmal „platt macht“, um dich danach erneuert, gestärkt und aufgerichtet ins Leben zurückzuschicken.
Despacho-Anker – Dank und Erinnerung
Als abschließendes Ritual uneres schamanischen Wochenendes legten wir noch einmal all das in die Mitte, was uns das Wochenende geschenkt hatte. Aus Blüten, Samen und Kräutern entstand ein Despacho-Bündel – gefüllt mit Dankbarkeit, mit den eigenen Erkenntnissen, mit der Essenz dieser Tage. Anders als in den traditionellen Ritualen gaben wir es nicht dem Feuer, sondern nahmen es mit nach Hause. So wurde es zum Anker, ein kleines Bündel, das erinnert: „Ich habe losgelassen. Ich habe neue Kraft gefunden. Ich gehe meinen Seelenpfad weiter – verbunden.“
Dank an die Kräfte und Rückkehr in die Alltagswelt
Zum Schluss ertönte ein letztes Mal der Herzschlag meiner Trommel Ahoki. Wir dankten der Hüterin des Tales, der Natur, Mutter Erde, den Ahnen und den Elementen. Dann traten wir gemeinsam über die Schwelle zurück – bewusst, still, reich beschenkt.
Dieses schamanische Wochenende hat uns gezeigt: Heilung geschieht, wenn wir mutig sind, wenn wir uns öffnen und bereit sind, wirklich tief zu gehen. Und dass die Anderswelt nicht irgendwo fern liegt, sondern sich ständig mit der Alltagswelt verwebt – im Schmetterling, im Sonnenstrahl, im Gesicht der Baumrinde.
Die Magie ist nicht da draußen in einer anderen Welt. Sie liegt hier, mitten im Leben. Alles, was es dafür braucht, ist Bewusstsein.
Und das letzte Wort in diesem Beitrag gehört den beiden wunder-vollen Frauen:
Liebe Ina, nach diesem besonderen Wochenende bin ich voller Dankbarkeit und innerer Ruhe nach Hause gefahren. Es hat mir so viel geschenkt, vor allem die Erinnerung daran, wie wertvoll die kleinen Dinge im Leben sind. Zum Beispiel Kräuter zu sammeln und daraus einen Tee oder einen Dip fürs Brot zubereiten – oder sie zu nutzen, um Räucherbündel zu binden. Solche kleinen Rituale möchte ich nun auch in meinem Alltag bewusst leben.
Ein weiteres großes Geschenk jedoch war die Mother Drum. Unter dieser riesigen Trommel zu liegen und auf innere Reise zu gehen, war unvergesslich. Auch selbst darauf zu spielen hat mir unglaublich viel Freude und Kraft gegeben. Während des gesamten Wochenendes habe ich mich geborgen und getragen gefühlt – und ich wünsche mir sehr, im nächsten Jahr wieder dabei sein zu dürfen. Danke, liebe Ina, dass du uns all das ermöglicht und meine Liebe zu den kleinen, heilsamen Momenten in der Natur neu entfacht hast. Kathrin, Weg der Vielfalt
Sabine: Liebe Ina, unser wunder-volles Wochenende schwingt noch in mir nach, die Reisen, Rituale und deine Mother-Drum waren ein Erlebnis – jedes für sich. Die gemeinsamen Spaziergänge, das gemeinsame Trommeln, der Austausch mit euch; einfach nur schön.
Danke, danke, danke für dein Sein und Wirken – danke für dieses magische Wochenende, das ich mir immer wieder in Erinnerung rufen werde. Es wäre schön, wenn du das im nächsten Jahr wiederholen würdest und ich wieder dabei sein darf. Sabine, Seelensprache Herzenergie

Von der Anderswelt in deinen Alltag
Ich hoffe, diese Zeilen haben dir die Anderswelt ein Stück näher in deine Alltagswelt getragen – und dir gleichzeitig gezeigt, wie ich arbeite: echt, nah, ohne abgehobene Zeremonien. Vielleicht hat dich das eine oder andere Bild berührt oder ein Gedanke nachgehallt.
Wenn du jetzt tiefer eintauchen möchtest, hast du zwei Möglichkeiten:
- Seelenpfad-Kurs: sichere dir jetzt deinen Platz im Online-Selbstlernkurs – und vielleicht bist du dann nächstes Jahr live in der Natur dabei.
- Persönliches Gespräch: buche dir einen Termin mit mir, und wir schauen gemeinsam, was dein nächster Schritt auf deinem Weg sein kann.
Denn die Anderswelt ist nicht irgendwo fern – sie liegt direkt hier, in deinem Leben. Alles, was es dafür braucht, ist dein Bewusstsein und die Entscheidung, dich darauf einzulassen.
Danke, dass du hier bist💚Und wenn dieser Beitrag dir gutgetan hat, schick ihn weiter – vielleicht ist genau heute jemand da draußen dankbar für diese Worte.
Du willst tiefer einsteigen? Dann lies unbedingt diesen spannenden Beitrag: Schamanismus für Anfänger, wenn du die Anderswelt direkt – auf einfache Art und Weise – in deinen Alltag holen willst, auch ohne Vorwissen.
Lass dich berühren. Inspirieren. Und vielleicht – erinnern💚
Oft gestellte Fragen zum schamanischen Wochenende für Frauen:
Was ist ein schamanisches Wochenende für Frauen überhaupt?
Ein schamanisches Wochenende ist kein „Wellness-Retreat“ und auch keine spirituelle Show. Es ist ein bewusst gehaltener Raum, in dem wir mit Ritualen, Natur und Bewusstsein arbeiten. Dazu gehören z. B. Trommelreisen, Medizinwalks, Räucherrituale oder das Gestalten von Despachos. Ziel ist es, Altes loszulassen, neue Kraft zu finden und dich tiefer mit dir selbst, der Natur und der Anderswelt zu verbinden. Es geht nicht darum, „abzuheben“, sondern darum, beides – Alltag und Anderswelt – in Balance zu bringen.
Muss ich Vorerfahrung im Schamanismus haben, um teilzunehmen?
Nein. Viele Frauen kommen ohne jegliche Vorerfahrung und lassen sich einfach ein. Die Rituale sind so aufgebaut, dass du dich Schritt für Schritt hineingleiten lassen kannst. Alles wird erklärt, und es geht weniger um Wissen als um Spüren. Wer schon Erfahrung mitbringt, entdeckt neue Tiefe – wer ganz neu dabei ist, spürt sofort, dass Schamanismus keine komplizierte Theorie ist, sondern eine gelebte Praxis. Wichtig ist nur die Offenheit, dich einzulassen.
Was nehme ich von so einem schamanischen Wochenende mit?
Jede Frau nimmt etwas anderes mit – und genau das macht die Erfahrung so besonders. Manche fühlen sich leichter, weil sie Ballast abgeben konnten. Andere spüren eine neue Klarheit, welche Schritte als Nächstes in ihrem Leben dran sind. Wieder andere finden ein Gefühl von Verbundenheit, das im Alltag oft fehlt. Ganz praktisch nimmst du natürlich auch Räucherbündel, ein Despacho oder Erinnerungsobjekte mit – Symbole, die dich im Alltag an deine Erfahrungen erinnern. Das Wichtigste aber ist das innere Gefühl: „Ich bin verbunden, getragen und darf meinen Weg in meinem eigenen Rhythmus gehen.“
Ist ein schamanisches Wochenende nicht einfach nur „Esoterik“?
Diese Frage taucht oft auf – und sie ist berechtigt. Der Unterschied liegt darin, dass es hier nicht um abgehobene Versprechen oder Show-Effekte geht. Es ist gelebte Spiritualität, ganz bodenständig und im Einklang mit der Natur. Wir arbeiten mit Pflanzen, Steinen, Feuer, Wasser – also mit Kräften, die jeder kennt. Es ist nichts, was man „glauben muss“. Die Wirkung zeigt sich darin, dass du die Natur, dich selbst und deine Themen plötzlich mit anderen Augen siehst. Viele Frauen sagen danach: „Ich fühle mich zum ersten Mal seit langem wieder lebendig.“


